Predigten

    Heidrun Moser
geschrieben von On 20. September 2020 In Predigten 0 Comment

Predigt zu den Konfirmationsfeiern im Herbst 2020

Liebe Konfirmanden,

lange musstet ihr auf diesen Tag heute warten. Endlich könnt ihr heute konfirmiert werden! Es ist schon lange her, dass wir zusammen in der Kiesenbacher Luzia-Kapelle waren, um einen Ort des Gebets kennen zu lernen, der noch älter ist als unsere Kirche. Ihr habt im Februar damals jeder eine Mandarine geschenkt bekommen von Helga Bernauer und auf dem Rückweg zum Gemeindehaus habt ihr die geschält und aufgegessen. Eine kleine Stärkung war das und nebenher habt ihr mit den Schalen eine Spur gelegt von Kiesenbach bis fast zu unserer Kirche. Solche Spuren sollte man nicht legen, denn andere müssen sie wieder aufkehren. Ich habe Euch geschimpft. Und jetzt brachten mich die Mandarinenschalen auf die Idee für Eure Konfirmationspredigt!

Doch, ja, ein Christenleben soll Spuren legen und Spuren hinterlassen. Tut es das nicht, dann stimmt was nicht! Keine Spuren mit Mandarinenschalen freilich. Was für Spuren meine ich denn?

Vorhin haben wir in der Lesung gehört, wie Jesus 5000 Menschen satt gemacht hat. Schauen wir ihm einfach zu, welche Spuren er gelegt hat.

Jesus legt zuerst Spuren in das Leben der Menschen, die er heilt und satt macht und in das Leben seiner Jünger. Jesus zeigt den Leuten: Ihr seid Gott wertvoll! Das tut er, als er - selber todmüde, sich um die Menschen kümmert, die ihm rund um den See nachgelaufen sind und alles von ihm erwarten. Jesus heilt ihre Kranken und zeichnet in deren Leben und das Leben ihrer Angehörigen Gottes heilende Spuren ein. Diese Spuren bezeichnen Menschen mit Gottes Kraft und Heil. Du bist geliebt! Das ist Gottes Siegel und Handschrift in unserem Leben. Zu wissen und zu glauben, dass ich eine Adresse habe, wohin ich mich wenden kann, wo ein offenes Ohr ist und Hilfe, das ist gut!  Und das bezeugen wir Euch, Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden: Es gibt eine Premium-Adresse, an die ihr euch jederzeit mit allen Nöten des Lebens wenden könnt! Sie heißt: Jesus Christus. Aus dem  Symbol, eures Konfirmandenjahres, dem Fisch, könnt ihr das immer wieder ablesen: Der Fisch bedeutet wie ihr wisst: Jesus Christus, Gottes Sohn, unser Heiland und Retter! Das gilt! Schon bei Eurer Taufe hat Gott in Eurem Leben diese Grundspur eingezeichnet: Du gehörst dem Heiland und Retter Jesus Christus. Der sorgt für Dich! Der macht dich satt an Leib und Seele, so wie er das damals See Genezareth mit 5000 Menschen gemacht hat. Denen gab er nicht nur das Brot zu essen, das den Magen satt gemacht hat, nein, denen gab er auch, was ihre Seele gesättigt hat: Gottes ganze Zuwendung und die Gewissheit, dass das Leben Sinn macht. Es ist ein fürchterlicher Zustand, wenn die Seele eines Menschen leer ist und wie vertrocknet und wenn keine Liebe darin ist und keine Hoffnung und nicht die Sicherheit, wo Ziel und Halt ist. Jesus sagt: Ich schenke euch das Leben im Überfluss, eine gedrückt volle Packung davon, ganz auf meine Kosten! Ich lasse mein Leben für Euch, damit ihr es habt, aber richtig! - Gemeinschaft mit Gott leben dürfen, direkt aus der Quelle des Lebens. 12 Körbe Brot und Leben bleiben damals übrig, 12 Körbe, einer für jeden Stamm Israels. Bei Gott ist Leben genug für alle Menschen. Greift zu!

Diese Geschichte von der Speisung der 5000 ist fünfmal aufgeschrieben im neuen Testament, immer wieder anders variiert. Den Menschen damals hat sich dieses Erlebnis wohl unauslöschlich eingeprägt, hat in ihren Seele seine Spuren hinterlassen. Und alle bezeugen sie es gemeinsam: Jesus macht Menschen satt an Leib und Seele. Er zeichnet Gottes Spuren in unser Leben ein, unvergesslich, prägend, ermutigend, Glauben stiftend! Und er fordert uns auf: Folgt mir nach und tut, was ihr mich tun seht! Hinter ihm her sind wir dann auf der richtigen Spur! Zu dieser Spur entscheidet ihr Euch heute mit eurer Konfirmation.

Die erste Spur, die wir legen sollen: Erbarmen haben!

Jesus kümmert sich um die Menschen, die zu ihm kommen und Hilfe erwarten. Er arbeitet sich durch die Menge und zieht eine Spur von Heilungen hinter sich her! Wo er gewesen ist, da strahlen die Menschen.

Jesus sagt: Folge mir nach beim Spuren legen! Du sollst Gott lieben und deinen Mitmenschen wie dich selbst. Lass niemanden im Regen stehn, der deine Hilfe braucht. Machs wie Gott, werde menschlich! Schon ein Lächeln zaubert wieder ein Lächeln auf das Gesicht Deines Gegenübers. Ein gutes Wort, das tröstet, hilft jemand weiter. Und wenn Du Dich um Hilfe bitten lässt oder sie gar selbst anbietest, das ist eine Leuchtspur!

Die zweite Spur, die wir legen sollen: Brot zum Leben austeilen!

Ihr ahnt es schon, das ist eine doppelte Aufgabe! Christen stehen dafür ein, dass der Hunger auf Erden bekämpft wird. Seit 1958 gibt es in der evangelischen Kirche die Aktion: Brot für die Welt und auf katholischer Seite das Hilfswerk Misereor. Beide großen Kirchen rücken damit dem Hunger auf der Welt zu Leibe. Dafür stehen wir Christen ein und helfen mit, dass sich Erfolge einstellen.

Die zweite große Aufgabe: Wir sollen der Welt das Brot für die Seele geben. Wir sollen ihr die gute Botschaft von der Liebe Gottes weitersagen. Da seid ihr nun auch gefragt, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass ihr andern, mit denen ihr zusammenlebt, die Hoffnung nicht verschweigt, aus der ihr selber lebt. Manchmal schämen wir Christen uns, davon zu erzählen, aber warum eigentlich? Wenn wir andere trösten, wenn wir Hoffnung machen, wo es ihnen schlecht geht, warum nicht auch sagen, dass da ein Gott ist, eine Premium-Adresse, an die sie sich wenden können? So legen wir eine Spur zu Gott für die andern. Das ist eine unserer vornehmsten Aufgaben im Leben.

Heute empfangt ihr den Segen Gottes für Euer Leben. Heute wird euch zugesprochen: Ihr seid Menschen, in deren Leben Gott seine Spuren eingezeichnet hat bei der Taufe schon. Vertraut darauf, dass ihr getragen und gehalten seid in allen Lebenslagen. Hört nicht auf zu beten und nach Gottes Spuren in eurem Leben immer neu zu suchen. Wie die Jünger von Jesus dürft ihr das Brot des Lebens von ihm immer neu empfangen und es an andere austeilen. Spuren der Liebe Gottes sollt ihr in das Leben anderer einzeichnen. Die Kraft dazu kommt auch von Jesus. Bleibt an seiner Seite!

AMEN

 

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  Heidrun Moser

Heidrun Moser ist Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Albbruck-Görwihl.

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